Gesammelte und übersetzte Textestellen aus dem Tagebuch des Joseph Hahn

1834

blühten Ende Januar die Blumen, ganz früh schon blühte das Obst; aber es gab keinen Rückschlag, sondern alles gedieh vorzüglich. Noch nie hatte es so viel Gottesgaben gegeben als in diesem Jahre.

1837

Vom 6.-10. April fiel so viel Schnee wie nie zuvor; und war eine solche Kälte, dass massenhaft die Vögel erfroren und vor Hunger starben; und am 18. April blieben die Wagen voll Mist noch im Schnee stecken.

1852

Den 27 Mey haben wir ein groß Wasser gehabt; das hat mir im Buchborn (Flurname) oben auf dem Lande viel Erdboden und Kartoffeln mitgenommen und auf der Zollstede auch 5 Fuder Mist, der gerade an der Breite lag.

1860

Am 3. Januar ist ein kleines Kind am Schlossberge in einer Buchenhecke tot gefunden worden; es hat dem kleinen Annemarie Hesse gehört in Lengenfeld.

1860

Den 16. Januar hat sich Christian Fuchs von hier in Joseph Hahn seinen Tannen auf dem kleinen Walberbühle aufgehenkt. Am 17. Januar ist er von Michel Ficks Sohn und von Anton Höppners Sohn gefunden worden. Hans Adam Wehenkels Sohn hat ihn nach Hause gefahren.

1865

Den 19., 20. und 21. März haben wir so eine große Kälte gehabt, dass alle Mühlen eingefroren waren und still standen und Grundeis im Wasser gefroren war. Auch lag hoher Schnee im Monat März. Aber Palmensonntag, den 9. April, fing das gude Wetter an, und der gantze Schnee ging weg, dass Oster Sondag kein Schnee mehr zu sehen war und die Felder standen in der schönsten grünen Aussicht, und die Sommer Bestellzeit ging sehr gut, und war schönes warmes Wetter.

1865

In der Nacht vom 18.-19. Juny war viel Kartoffelkraut erfroren, aber nur strichweise.

1865

Den 25. Juni hat es hier gehagelt. Vom Walberbiele her bei Erbesborn und hinder Weidemanns Hob (Garten) und beim Klüschen und auf der Heiden war an Winterfelde beina alles verhagelt bis an den Düwenzeul.

1866

In der Nacht vom 11.-12. Februar morgens um ½ , 3 Uhr war ein stark Gewitter mit Donnern und Blitzen. Es schlug so mit Schneekieseln vor die Fenster, dass man musste die Läden zu machen.

1868

blühte das Korn schon Himmelfahrtstag, den 21. Mey.

1868

In der Nacht vom 5.-6. Dezember halb ein Uhr war ein stark Gewitter mit Donnern und Blitzen und auch Schloßen, mit starkem Winde.

1869

Den 13. Oktober habe ich (Joseph Hahn) das Hochaltar, die Kanzel, 3 Beichtstühle und 2 Klocken aus der Annaberger Kirchen auf 2 Fuder hier nach Lengenfeld in die Kleine Schule gefahren. Hier zu war ich von Dechand Spies beaufdragt. Die große Klocken war 1706 gegossen worden und die kleine Klocken 1762. Die zwei Neben Altäre hat Hampeder Hahn in der Mittelmühle den größten Teil davon hier nach Lengenfeld gefahren, mit einem Pferde ein Fuder, auch in die kleine Schule.

1871

Den 18. Mey morgens hatte es so hart gefroren, dass an jedem Born Spitzgen Eis angefroren war, und das Buchenlaub war verfroren , und den 19. Mey lag auf den hohen Bergen Schnee.

1872

Den 4. Mertz ist in Mühlhausen und in der Vogtei an noch mehren Enden eine Erd Erschütterung gewesen, dass das Hausmöbel vort geruckt ist.

1872

Den 27. November des Abents war am Himmel so ein Stern Schnuppen (fall), dass ein jeder, der es sah meinde, die ganzen Sterne am Himmel fielen herunder auf die Erde. Hundertweise sah man sie den ganzen Abend herunder fallen was noch nie ein Mensch gesehen hat.

Weitere Funstellen

1. Anton Fick: "Das Dorf entlang"
1843: Ziegeleibesitzer Joseph Hahn auf dem Schafhofe hat einen neuen Dörr-(Back)-ofen an Nickels herunter gebaut.

Auch die preußische Regierung erließ strenge Verbote. Im Jahre 1825 war eine Dorfwache von 40 - 60 Mann eifrig darauf bedacht, unbotmäßige Schützen ausfindig zu machen, um sie der Bestrafung zuzuführen (Tagebuch v. Joseph Hahn).

2. Walther Fuchs: Kirchenchronik:
Oft erfahren wir auch aus Notizen in den Kirchenakten, dass Einwohner Paramente der Kirche schenken. So lesen wir in dem Tagebuch des Ziegeleibesitzers Joseph Hahn: „Im Jahre 1867, dem 9. Februar habe ich ein Altartuch in der Kirche gegeben. Es war schon das zweite Altartuch, das ich gegeben habe.“

"Beschreibung von der Verwüstung und Ausraubung des Klosters Zella (1848)
Der Eigentümer, dem damals das Kloster gehörte, hieß Lutterodt. Dieses Kloster war am 24. und 25. März abends 10 Uhr von den Gemeinden Strüther überfallen als Rebeller und alles, was sich an Hausgerätschaften, Betten, Kleidungsstücken, Goldes und Silbers Geschirr Eiserne Öfen, Eisernes Geländer an den Treppen vor der Hausthür, Thür und Fenster und von 60 Malter Korn das Mehl Mehrere Hundert Badalgen (Bouteillen) Wein auch Branntwein und mehrere Faß Apfelwein. Dieses alles „Kurz und Klein“ geschlagen und das übrige haben sie mitgenommen, so dass das ganze Kloster aussah und so leer war, als wäre es mit Besen gekehrt worden. Die Gemeinde Effelder hat auch hier vieles verwüstet. Auch dem Förster auf dem Annaberge vieles verwüstet und fortgejagt und musste in diesem Tumult nach Lengenfeld in sein Haus ziehen. Der damalige Förster hieß Johannes Hahn.
So auch der Förster im Kloster Zella Johann Joseph Dunkelberg gebürtig aus Lengenfeld. Auch diesem haben sie gar vieles zerschlagen und geraubt. Und er selbst hat müssen die Flucht nehmen und hat am 25. März mit dem, was er noch hatte, an Hausmöbeln müssen ausziehen nach Hildebrandshausen. Und sogar wurden sie in Lengenfeld im Oberdorfe von den Lengenfelder Rebellen noch angehalten." (Joseph Hahns Tagebuch)

3. Anton Fick: "Chronik der Gemeinde Lengenfeld unterm Stein und des Bischofsteins"
Am 30. und 31. Dezember 1878 wurde die Brücke in der Keudelsgasse (Mühlgasse) aus Eichenbalken mit Eichenbohlen-Überlage gemacht, so dass sie hinfort mit großen Wagen befahren werden konnte (Joseph Hahns Tagebuch).

Am 30. und 31. Dezember 1878 wurde der Brunnen (die Pumpe) auf dem Ploon mit einer Überlage von Eisen versehen (Joseph Hahn).

1. Familie Georg Hahn aus der Mittelmühle ist im Jahre 1855 den 12. Mertz nach Amerika ausgewandert. Es war damals sehr kalt und hatte hart gefroren (Joseph Hahns Tagebuch).
2. Joseph Rodekirch ist den 28. Mai 1872 in die Welt gezogen (Joseph Hahns Tagebuch).

Quellenangaben:
8. Tagebuch des Bauern und Ziegeleibesitzers Joseph Hahn (handschriftlich)
(aus: "Das Dorf entlang")

Tagebuch von Joseph Hahn (1832-1881)
(aus: Fuchs, Walther: Kirchenchronik von Lengenfeld unterm Stein)

Tagebuch des Joseph Hahn, auf der Ziegelhütte Lengenfeld unterm Stein
(aus: Fuchs, Walther: Kirchenchronik von Lengenfeld unterm Stein)