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Aus der Geschichte des Klosters Zella
Da sämtliche Kloster-Urkunden 1649 bei dem großen Mühlhäuser Brand im Zellschen Hof, dorthin waren ein Teil der Nonnen mit Klosterschatz und Urkunden geflüchtet, zum Opfer gefallen sind, ranken sich um die Entstehung von Kloster Zella viele Vermutungen.
Nach einer alten Legende, die einst von einer Nonne erzählt wurde, soll Kloster Zella von einem Ritter von Tasten gegründet worden sein.
Historiker vermuten eine Gründung um 1100 als Doppelkloster (Männer und Frauen). In der ältesten noch vorhandenen Urkunde von 1215 ist es nur noch als Frauenkloster erwähnt.
"Die Benediktiner" - als einer der ältesten Orden betrieben Ackerbau, unterrichteten die Jugend, schrieben Bücher ab und beschäftigten sich mit dem Handwerk und der Kunst. Zum Kloster gehörten umfangreicher Wald und landwirtschaftliche Flächen. Der Besitz reichte von den umliegenden Dörfern über Mühlhausen, Schönstedt bis Treffurt.
Bei den Bauern der Umgebung schien die Herrschaft des Klosters unbeliebt gewesen zu sein, denn bei den Bauernaufständen 1525 plünderten sie das Kloster völlig aus.
Auch revolutionäre Gedanken machten vor dem Klostertor nicht halt. So erzählt man von einer Äbtissin folgende Geschichte:
"Sie war der neuen Lehre von ganzem Herzen zugetan, konnte aber die Reformation nicht im Kloster einführen, weil die Nonnen am alten Glauben festhielten.“
Ihr ruheloser Geist wurde endlich durch erheblichen Kostenaufwand von zwei Teufelsbannern, berühmten Jesuiten, in ein Kämmerlein gebannt, wo er seine Bezwinger mit glühenden Augen innig anschaute. Unter den Bannsprüchen der Jesuiten erklärte der Geist endlich, dass er in eines der nicht weit vom Kloster liegenden Grundlöcher zu fahren wünsche, was ihm auch gestattet wurde.
Man hat die Äbtissin später gar oft aus der dunklen Flut emportauchen oder am großen Rande des Gewässers sitzen sehen, die Hände ringen und kläglich seufzen hören."
Zwar wurde das Kloster nach der Zerstörung durch den 30jährigen Krieg wieder aufgebaut, doch an seine einstiege Blüte konnte es nicht wieder anknüpfen.
Im Jahre 1772 musste Zella die Pfarrei Struth abgeben und mit dem Reichsdeputationshauptausschluss wurde 1802 das Ende des Klosters eingeleitet.
Mit dem Dekret der preußischen Regierung vom 13. Mai 1810 wurde die Auflösung des Klosters vollzogen und Grundbesitz sowie Inventar an Wilhelm Luttrodt und Wilhelm Röbling aus Mühlhausen verkauft. Doch dieses waren noch nicht die letzten Besitzer und ein wechselvolles Schicksal stand den Klostermauern ins Haus.
Mit der Bodenreform vom 10.09.1945 wird der Kirchenleitung der Kirchenprovinz Sachsen das Kloster rechtskräftig übergeben.
Das Hilfswerk der Evangelischen Kirche hatte den Auftrag, ein Alters- und Rüstzeitheim einzurichten.
Nach umfangreichen Aufräumungs- und Sanierungsarbeiten konnten am 15.07.1949 die ersten Heimbewohner einziehen.
Neben den Räumlichkeiten für die älteren Bürger beherbergte Zella anfangs auch einen Freizeitraum für die evangelische Jugend des Eichsfeldes. Mit der Errichtung der innerdeutschen Grenze und der Ernennung zum Sperrgebiet, war es nicht mehr möglich, Rüsten für die Jugend durchzuführen. Nur mit Sondergenehmigungen war der Besuch von Kloster Zella möglich. Besuchern ohne familiäre Bindung zu Personen im Sperrgebiet blieb nicht nur der Zutritt zu Zella, sondern auch zu anderen Kleinodien des Eichsfeldes verwehrt.
Mit der Wende öffnete sich auch das romanische Torhaus von Zella wieder für alle Besucher.
Das Rund des Klosterhofes zeigt sich mit seinen gepflegten Fachwerkhäusern und wird durch die Grün- und Blumenanlagen belebt. Der größte Teil der Gebäude stammt aus dem Jahr 1603. In der einschiffigen romanischen Kirche St. Nikolaus werden auch heute noch Gottesdienste gehalten (evangelisch und katholisch).
In unserer Kirche geben sich immer öfter Paare das Ja-Wort und sehr oft werden Taufen vollzogen.
Quelle: www.kloster-zella.de