Geschichtliches vom Klüschen Hagis

Ursprünglich war die heutige Wallfahrtskirche die Dorfkirche des Ortes Neuenhagen, der im Mittelalter zu einer Wüstung wurde. Seit dem 16. Jahrhundert ist die Wallfahrt zu einer Pieta (13. Jahrhundert) bezeugt, die sich in der Kirche befindet. Die Kirche wurde aufgrund der Beliebtheit der Wallfahrt vergrößert und von 1751 bis 1771 barockisiert. Aufgrund der Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Mainz, blieb das Eichsfeld und somit auch Klüschen Hagis römisch-katholisch, von 1815 bis 1945 war es Teil der preußischen Provinz Sachsen.

Schon im Jahre 1597 wird das Klüschen als "Mutter-Gottes-Kapelle" zu "Hagis" genannt. Gleichzeitig wird erwähnt, dass die Wallfahrt zur Kapelle am Gleichenstein zugenommen hat. In den "Quaestiones" vom Jahre 1735 wird die Kapelle Hagis als eigene Pfarrei mit dem Pfarrer Johannes Karg aufgezählt.

In den Jahren 1768 bis 1770 wird diese Kapelle neu gebaut und im Oktober 1770 durch den Weihbischof Johann Georg Joseph von Eckart aus Erfurt auf den Titel "Mariä Heimsuchung" geweiht. Das Fest Mariä Heimsuchung" (2. Juli) bringt die so genannten "Klüschentage". An diesen Wallfahrtstagen zogen in den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg (1945) noch fünfzehn Prozessionen zu dieser Gnadenkapelle in dem stillen Tal unter dem Gleichenstein. Aber seit Christi Himmelfahrt des Jahres 1957 findet jährlich auf diesem Fest noch eine ganz besondere Wallfahrt zum Klüschen, die Männerwallfahrt, statt. Zehn- bis zwanzigtausend Wallfahrer aus allen Teilen Deutschlands treffen sich auf Christi Himmelfahrt mit ihrem Bischof vor der Kapelle, um hier gemeinsam die Eucharistie zu feiern, ihren festen Glauben zu dokumentieren und ihre Sorgen zu diesem Gnadenbild in der Kapelle zu tragen.